15.9.2009

Im September 2009 entschloss sich der Rat der Stadt Bonn aufgrund langjähriger Vorbereitungsarbeit durch die Grünen / Florian Beger, einen behindertenpolitischen Teilhabeplan (hier noch der Antrag hierzu) aufzulegen, der im am 15.9.2011 dem Rat vorgelegt und beschlossen wurde. Man war sich einig, dass er dann fortlaufend fortgeschrieben werden soll. Die Arbeitsgruppen hierzu tagten seit August 2010 bis März 2011. Federführung hatte das Amt für Soziales und Wohnen.

Unser Verein ist in der AG 1 Bildung (Kinder, Jugend, Familie, (Weiter-) Bildung) vertreten gewesen und hat an den Emfehlungen für den Bereich mitgewirkt. Die Ergebnisse sollten auch in die anlaufenden Arbeiten zum Inklusionsplan einfließen.

Der behindertenpolitische Teilhabeplan ist derzeit noch in der Umsetzungsphase, d.h. die einzelnen Empfehlungen werden in den sie betreffenden Ämtern bearbeitet. Aktuelle Informationen finden sich auf der homepage der Stadt Bonn www.bonn.de, Stichwort "Behindertenpolitischer Teilhabeplan" in die Suche eingeben.

Bereits 2006 von den Vereinten Nationen verabschiedet, wurde die "UN – Konvention zum Schutz und zur Förderung der Rechte und der Würde von Menschen mit Behinderungen", so der eigentliche Titel, (zumeist abgekürzt als Behindertenrechtskonvention oder UN-BRK) hat nunmehr am 19.12.08 nun auch der Deutsche Bundesrat der Ratifizierung der UN-Konvention zugestimmt, das bedeutet, die UN-Konvention ist seitdem auch in Deutschland geltendes Recht.

Seit dem 26. März 2009 ist die UN-Behindertenrechtskonvention auch für Deutschland rechtsgültig. In Artikel 24 ist das Recht auf Bildung im allgemeinen Schulsystem für behinderte Menschen festgelegt. Die Konvention fordert alle Vertragspartner unmissverständlich auf, für „inclusive education“ Sorge zu tragen. Die nötige Unterstützung muss zum jeweiligen Kind im allgemeinen Schulsystem gebracht werden und nicht das Kind an einen speziellen Förderort.

Dass Integration möglich ist, leben andere europäische Länder und Regionen (u. a. Großbritannien, Südtirol) und außereuropäische Länder (USA, Australien) bereits eindrucksvoll vor. Dort sind ca. 80% der Kinder mit Behinderung integriert, in Deutschland nicht einmal 20 %, wir sind damit Schlusslicht im europäischen Vergleich..

 

Inklusives Bildungssystem

Um ein inklusives Bildungssystem zu verwirklichen, ist auch in Bonn noch viel zu tun: Ein „inklusives Bildungssystem“ entsteht nicht von selbst oder durch die rein numerische Ausweitung der Plätze im Gemeinsamen Unterricht. Es geht um den Umbau unserer Schulen zu Lernorten, an denen jedes Kind willkommen ist und ermutigt wird, seine Neigungen und Begabungen zu entwickeln und bestmögliche Leistungen zu erreichen. Es geht um die beste Bildung für alle Kinder. 

 

... für die Zukunft unserer Kinder

Viel zu oft gilt es dagegen in Nordrhein-Westfalen noch als selbstverständlich, dass Kinder mit Förderbedarf auf Förderschulen gehen. Dadurch kommt es zu einer Separierung dieser Kinder; sie sind sozial ausgegrenzt, der Kontakt zu „normalen“ Kindern fehlt. Viele Eltern wollen dies für ihre Kinder nicht mehr. Dennoch kommt es immer noch sogar zu Zwangszuweisungen in Förderschulen.




Kongress "Eine Schule für Alle" in Köln 2007Der KONGRESS "Eine Schule für Alle" in Köln

im November 2007 zieht immer weitere Kreise

Bereits in der Podiumsdiskussion zum Abschluß des hochkarätig besetzten und mit neuester wissenschaftlicher Forschung aufwartenen Kongresses wurde allen Teilnehmern deutlich, dass wir Eltern behinderter Kinder zahlreich sind, und dass wir eine ganz ausserordentliche Kraft haben, wenn wir uns zusammenschließen. Ein ganzer Hörsaal voller Eltern, die bereit sind, für ihre Kinder auf die Barrikaden zu gehen, hat eine für Politik und Verwaltung spürbare Macht. 

Und: Eltern, die ihr Alleinstreitertum aufgeben und sich mit andern Eltern zusammenschliessen haben noch mehr Macht.

Professor Gerald Hüther hat uns damals deutlich gemacht, was wir insgeheim bereits ahnten: Integration ist Kraftfutter für Kindergehirne!